Was sagt der R-Wert aus?

Daemmstoffshop
04.01.2021
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Die Eigenschaft von Materialien, den Wärmedurchfluss zu verzögern, hängt von ihrer Fähigkeit ab, Wärme zu speichern. Der Wärmeverlust kann durch die Leitfähigkeit 1 (Conductivity = K-Wert), die Leitfähigkeit 2 (Conductance = C-Wert), die Beförderung (Transmittance = U-Wert), oder den Widerstand (Resistance = R-Wert) gemessen werden. Beim R-Wert handelt es sich um den Wärmedurchgangskoeffizienten (engl. R-Value). Er gibt den Widerstand des Wärme-Durchflusses an, d.h. wie sehr sich ein Material gegen Auskühlung sträubt - anders ausgedrückt: Wie gut ein Gegenstand entsprechend seiner Dicke dämmt. Je höher der R-Wert, umso geringer der Wärmeverlust. Üblicherweise werden diese Kennwerte in der Baubranche verwendet. Der R-Wert gibt die Isolation der kompletten Therm-a-Rest Liegematte an, d.h. des Mattenkerns aus PU-Schaum plus Außenhülle aus Stoff. Je bequemer (dicker) eine Matte wird, desto höher wird gleichzeitig der R-Wert. Bautechnisch bedingt reduzieren (offenzelliger) Leichtschaum mit Luftkammern und Ultraleicht-Oberstoffe den R-Wert. Kombinierte Schaumkerne aus offenzelligem Schaum plus einer 3 mm-Lage aus geschlossenzelligem Schaum erhöhen den R-Wert um ca. 25% (ToughSkin™, Ambush™). Unterschiede sind ab ca. 0,2 R-Wert spürbar, identische Testbedingungen vorausgesetzt. Die Ultraleicht-Luftmatratze NeoAir™ hat – obwohl sie keinen Schaum enthält - durch ihr patentiertes Innenleben mit ca. 80 Kammern einen relativ hohen R-Wert von 2,5. Bei erwartungsgemäß kalten Zeltnächten oder Biwaks im Freien kann eine Rettungsdecke oder eine zusätzliche Matte aus geschlossenzelligem Schaum (RidgeRest, Z-Lite) untergelegt werden, was den R-Wert signifikant erhöht. Bei zu erwartendem Frost sollte man in jedem Fall eine geeignete Ausrüstung wie Daunenschlafsack, warme Schlafbekleidung und Kocher dabei haben.

Welchen R-Wert für welchen komfortablen Einsatzbereich? (c)

  • R-Wert 2 bis 3: Ausreichend für die 3 warmen Jahreszeiten, laue Nächte
  • R-Wert 3 bis 4: Kühle Nächte, Winterräume in Hütten
  • R-Wert 4 bis 5: 4-Jahreszeiten unter gemäßigten Bedingungen
  • R-Wert 5 bis 6: Hochalpine Winterbiwaks
  • R-Wert über 6: Winter-Aufenthalte in alpinen und arktischen Regionen, ausgedehntes Wintercamping bei Dauerfrost

Faustregel: (d)

  • R-Wert 1: bis ca. +7°C
  • R-Wert 2: bis ca. +2°C
  • R-Wert 3: bis ca. -5°C
  • R-Wert 4: bis ca. -11°C
  • R-Wert 5: bis ca. -17°C
  • R-Wert 6: bis ca. -24°C

Komfort und Kälte werden von Menschen sehr unterschiedlich empfunden, daher sind alle oben genannten Angaben nur Anhaltspunkte. Für Liegematten gibt es bisher noch keine Norm und einige Hersteller arbeiten gewollt oder ungewollt mit „anders gemessenen“ Angaben. Cascade Designs entwickelt als einziger Matten Hersteller der Welt seine Therm-a-Rest Matten in einer hauseigenen Kältekammer. Die Werte können in der Praxis durch Witterungseinflüsse und Materialzusammensetzung differieren.

Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS)

Die Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS), meistens kurz Wärmeleitstufe genannt, gibt die Durchlassfähigkeit eines Materials für den Wärmestrom an. Die Bezeichnung WLS wird analog zur Wärmeleitgruppe (WLG) verwendet. Bei der WLS erfolgt die Einteilung der Stufen in 1er-Schritten, z. B. WLS 019 oder 032, bei der WLG in 5er-Schritten, z.B. WLG 035 oder WLG 045. Die Bezeichnungen sind rechnerische Werte, die sich aus der Wärmeleitfähigkeit λ ergeben und die ersten drei Ziffern nach dem Komma umfassen. Der λ-Wert muss immer kleiner als
1 sein. Ein Bauteil der Wärmeleitgruppe 035 entspricht einem λ-Wert von 0,035 W/(mK). Grundsätzlich werden nur Dämmmaterialien einer WLG/WLS zugeordnet, keine anderen Baustoffe. Es gilt: Je kleiner die WLG/WLS ist, desto besser die Wärmedämmung.

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